Studienauftrag Gütschweg, Goldau
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Erläuterungstext Wettbewerb Gütschweg Goldau
Ausgangslage
Das Grundstück liegt auf einer markanten Geländeerhebung. Die erhöhte Lage der Parzelle
eignet sich für ein qualitativ gutes Wohnen für Familien. Der Betrachtungsperimeter
zeichnet sich durch eine hervorragende Rundumsicht aus. Dies ermöglicht auf der einen
Seite das Geniessen der Morgensonne und den Blick auf die Mythen oder eben auch die
Abendsonne mit Blick auf die Rigi und den Zugersee.
Städtebau
Die kräftigen Baukörper mit ihrer formalen Ausbildung bilden einen eigenständigen Bau,
der genug Kraft hat, um gegen die grossmassstäbliche Bebauung im Süden zu bestehen.
Die Einheiten sind aneinandergereiht und dem Terrain entlang in der Höhe leicht
gestaffelt. Durch ein zusätzliches Versetzen der einzelnen Reihenhäuser kann jede Einheit
von der Zweiseitigkeit profitieren.
Erschliessung
Die Erschliessung der Einheiten erfolgt durch einen offenen Bereich im Zugangsgeschoss,
welcher einseitig offen ist und mit viel Tageslicht durchflutet ist. Dies ergibt einen
stimmigen Zugang zu den einzelnen Wohneinheiten.
Durch dieses Erschliessungskonzept kann die Privatsphäre der Wohnungen im Erdgeschoss
gewährleistet werden. Diese Wohnungen können den ihnen zugeordneten Aussenraum
auf beiden Hausseiten ungestört nutzen.
Die Autos fahren bereits ab Parzellengrenze in eine Einstellhalle im zweiten Untergeschoss,
wo sich auch die Besucherparkplätze befinden. Die Anlieferung und Notzufahrt führt zur
Eingangshalle im ersten Untergeschoss, wo sich auch die Keller-, Technik- und
Hobbyräume befinden.
Architektur
Es sind jeweils zwei Reiheneinfamilienhäuser übereinander gestapelt. Das eine Reihenhaus
hat den Aussenraum im gewachsenen Terrain mit Gartennutzung auf beiden Seiten der
Baute und die andere Einheit hat im Attika eine grosszügige Terrasse jeweils auf beiden
Hausseiten. Mit dem Durchwohnen in allen Wohneinheiten wird die Zweiseitigkeit
ebenfalls bekräftigt.
Das Attikageschoss wird zusätzlich durch die Ausgestaltung der Dachlandschaft mit viel
indirektem Tageslicht versorgt.
Am Kopf der Überbauung steht das Einfamilienhaus und bildet den Abschluss der
Bebauung. Das Einfamilienhaus ist freistehend und hat eine unverbaute dreiseitige
Aussicht und viel Privatsphäre. Die Baute ist über einen zentralen Lichthof und zwei
eingeschnittenen Loggien strukturiert. Dies ergibt viel gedeckten Aussenraum mit
Privatsphäre. Zudem können die Sonnenstrahlen von Süden tief in das Gebäudeinnere
eindringen.
Die formale Ausgestaltung der Volumen soll die Eigenständigkeit der Bebauung
manifestieren und gleichzeitig an die Silhouette der Berglandschaft erinnern.
Der angedachte Wohnungsmix lehnt sich stark an das Richtraumprgramm an.
3.5 Zi-Whg 2 xx m2 Erdgeschoss-Maisonette
4.5 Zi-Whg 4 xx m2 Erdgeschoss-Maisonette
5.5 Zi-Whg 2 xx m2 Attikageschoss-Maisonette
Einfamilienhaus 1 xx m2
Fassade/Materialisierung
Eine kräftige Materialisierung und eine adäquate Ausgestaltung der Volumen bekräftigt die
Eigenständigkeit der Bebauung.
Der gestockte Beton hat Kraft und lehnt sich an die Nagelfuhvorkommen in der Umgebung
an. Das Attika ist bewusst vom Baukörper abgesetzt und ist in einem leicht gefärbten
schalungsglatten Beton gehalten. Die broncefarbenen Metallteile und Markisen geben der
Überbauung eine wohnliche Wärme.
Umgebung (Iten Landschaftsarchitekten GmbH, Unterägeri)
Das bestehende Landschaftsbild mit der Hügelkuppe bleibt erhalten und wird mit der
Architektur kombiniert. Der Freiraum fliesst an die Fassaden und bettet die Gebäude ein.
Der Haupteingang wird mit zwei Silberlinden markiert, welche die Ankunft zelebrieren.
Im südlichen Bereich ist der gemeinschaftliche Spielbereich angedacht. In organischer
Formsprache und in naturnaher Gestaltung bietet dieser eine hohe Erholungsqualität für
Kinder und Erwachsene. Spielelemente mit Rundhölzer laden zum Klettern und Balancieren
ein. Im Schatten der Baumkrone können sich die jüngsten im Sandkasten austoben.
Die Freiraumqualität kommt insbesondere durch die zweiseitige Orientierung zur Geltung.
Die jeweiligen Gärten bieten Privatsphäre und zugleich eine hervorragende Aussicht mit
Morgen- und Abendsonne. Der Rasen vor den Terrassen wird von einheimischen
Wildsträucher gefasst, welche in kleinen Gruppen stehen. Eine gezielte Positionierung von
immergrünen Sträuchern geben auch im Winter Sichtschutz. Die vielfältige Bepflanzung
von Wildblumenwiesen zu Staudenmischpflanzungen fördert die Biodiversität und geben
dem Freiraum eine hohe Qualität.
Nachhaltigkeit (Abicht Zug AG, Zug)
Die Bauherrschaft verfolgt ein nachhaltiges Projekt, das lokale Ressourcen nutzt und CO2
im Beton bindet. Die Förderung von Biodiversität und Verbesserung des Mikroklimas wird
den lokalen Bepflanzungen hohe Beachtung geschenkt.
Das Gebäudetechnikkonzept reduziert den CO2-Ausstoss und Betriebskosten durch
optimalen Technikeinsatz – LowTech pur. Die Wärmeversorgung erfolgt durch Erdsonden
und Wärmepumpen, verteilt über Niedertemperatur-Fussbodenheizung. Sommerlicher
Wärmeschutz und Freecooling über Erdsonden halten die Räume im Sommer kühl.
Eine Lüftungsanlage sorgt für kontrollierten Luftwechsel. Wassersparende Armaturen und
Regenwassernutzung schonen Ressourcen. Der Strombedarf wird grösstenteils durch eine
PV-Anlage auf dem Dach gedeckt, unterstützt durch einen Zusammenschluss der
Energieverbraucher und optimiertes Lastmanagement mit Salzspeichern.Das Projekt bildet mit seiner Ausformulierung, Gestaltung und Materialisierung einen
adäquaten Lösungsansatz für das Bauen auf der Hügelkuppe und in der unmittelbaren
Umgebung mit den grossen Volumen im Süden.
Die Wohneinheiten zeichnen sich durch ihre Zweiseitigkeit aus. Grosszügige, private
Aussenräume und stimmige Grundrisse ermöglichen ein qualitätsvolles Wohnen im
Reiheneinfamilienhaus.


