Wettbewerb Herti Objektzeile Ost, Zug – Aufstockung und Fassadenerneuerung
Zusammenarbeit:
Primin Jung AG,
Feroplan Engineering AG
Visualisierungen:
Echt 3D GmbH
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Projekt «Brise Soleil»
Aufgabenstellung
Der Bebauungsplan Hertizentrum ermöglicht die Aufstockung der Gebäude Herti 1–5 um zwei Geschosse. Der Projektwettbewerb nutzt dieses Potenzial für eine qualitätsvolle Nachverdichtung innerhalb der bestehenden Struktur (nicht Teil des Wettbewerbs) und verbindet die Aufstockung mit einer umfassenden Erneuerung der Gebäudehülle sowie Neukonzeption der Balkonschicht.
Städtebauliches Konzept
Der Entwurf «Brise Soleil» integriert die zweigeschossige Aufstockung in die bestehende Gebäudestruktur und entwickelt diese zu einem klar lesbaren Gesamtvolumen weiter.
Die charakteristische Gliederung des Bestands mit fünf Baukörpern und den dazwischenliegenden Gelenkpartien bleibt erhalten und wird architektonisch weitergeführt. Eine umlaufende Balkonschicht sowie eine einheitliche Materialisierung und Farbgebung stärken die Zusammengehörigkeit der Baukörper innerhalb der Gesamtüberbauung.
Variierende Balkontiefen erzeugen einen rhythmischen Fassadenausdruck und gliedern die langen Fassaden in überschaubare Abschnitte.
Architektur und Fassade
Die durchgehende Balkonschicht bildet das prägende Gestaltungselement des Projekts. Sie schafft grosszügige Aussenräume für die Wohnungen und wirkt gleichzeitig als architektonisches «Brise-Soleil», das natürliche Verschattung und Aufenthaltsqualität verbindet.
In die Brüstungen integrierte, leicht geneigte Photovoltaikmodule sowie gegenläufigen, leicht transparenten Vertikalmarkisen erzeugen eine lebendige Fassadenstruktur. Ergänzend sind in den Gelenkpartien Pflanzgefässe vorgesehen, welche eine vertikale Fassadenbegrünung mit Regenwassernutzung ermöglichen und zur ökologischen Aufwertung beitragen.
Die Fassadenverkleidung aus gewellten Faserzementplatten verleiht dem Gebäude eine plastische Oberflächenstruktur und nimmt zugleich Bezug auf das ursprüngliche Material des Bestands.
Konstruktion und Aufstockung
Die Aufstockung wird als leichter Holzskelettbau realisiert. Punktstützen und Unterzüge bilden eine klare Primärstruktur, welche eine effiziente Bauweise und flexible Grundrissgestaltung ermöglicht. Vorgefertigte Vollholzdecken erlauben eine präzise und schnelle Montage bei gleichzeitig reduziertem Eigengewicht der Konstruktion.
Die bestehenden Balkonplatten werden aufgrund der Wärmebrücken zurückgebaut und durch eine vorgestellte Stahlkonstruktion ersetzt. Diese trägt neue Fertigbetonplatten und ermöglicht eine modulare, rückbaubare Bauweise.
Wohnungskonzept
Aufgrund der begrenzten Geschosshöhen und der bestehenden Tragstruktur orientieren sich die neuen Grundrisse eng am Aufbau des Bestands. Insgesamt entstehen 26 zusätzliche Wohnungen, wobei pro Haus fünf bis sechs neue Einheiten vorgesehen sind.
Die nördlichen Gebäudeteile übernehmen weitgehend die bestehende Grundrissstruktur und ermöglichen weiterhin zweiseitig orientierte Wohnungen mit Ost- und Westbezug. In Herti 1 wird der südliche Gebäudeteil zusätzlich geteilt, wodurch kleinere Wohnungen entstehen.
In den Häusern Herti 2–5 werden im 8. Obergeschoss die beiden südlichen Wohnungen als Maisonettewohnungen ausgebildet. Diese verbinden zwei Geschosse miteinander und ermöglichen trotz der Gebäudetiefe eine Ost- und Westorientierung. Gleichzeitig kann im darunterliegenden 7. Obergeschoss die bestehende Gelenkpartie räumlich sinnvoll genutzt werden. Durch die Anordnung der Maisonette-Treppen entstehen im inneren Gebäudebereich abwechslungsreiche Raumbezüge und eine räumliche Durchlässigkeit über mehrere Ebenen.
Kleine Lichthöfe im 9. Obergeschoss sorgen dafür, dass Tageslicht bis in die vertikalen Erschliessungsbereiche der Maisonettes gelangt und die oberen Wohnungen zusätzlich belichtet werden.





